Dolomitenturnier in Lienz (Tirol)
30.05. – 31.05.2026
Sören, Patrick und Bene machten sich Ende Mai gemeinsam auf den weiten Weg nach Lienz in Osttirol, um am 19. Internationalen Dolomitenturnier teilzunehmen. Nach rund fünf Stunden Fahrt erreichten wir am Freitagabend gegen 18:30 Uhr gerade noch rechtzeitig die Anmeldung.
Bereits bei der Gruppeneinteilung zeigte sich die internationale und lockere Atmosphäre des Turniers. Sören und Patrick wurden gemeinsam mit Bogenbauer Wolfgang in eine Gruppe eingeteilt, während Bene kurzerhand von einem der Parcoursbauer in dessen Gruppe aufgenommen wurde.
Nach der Anmeldung stand eigentlich nur noch eines auf dem Programm: Abendessen. Nach einem etwa halbstündigen Fußmarsch mussten wir allerdings feststellen, dass das ausgesuchte Restaurant geschlossen hatte. Also zurück zum Hotel, rein ins Auto und ab zur bewährten Stamm-Pizzeria „Gloria Pizza“, die uns bereits vor zwei Jahren bei einem Bogenbaukurs vor dem Hungertod gerettet hatte.
Tag 1 – Der blaue Parcours
Schon beim Einschießen wurde schnell klar: Das wird kein Spaziergang. Die Ziele wirkten erstaunlich klein und standen dafür umso weiter entfernt. 😅
Im Parcours bestätigte sich dieser Eindruck. Die Tiere waren meist auf die maximal möglichen Entfernungen gestellt und eher kleiner als größer gewählt. Das Turnier verlangte den Schützen einiges ab.
Die Gruppen hätten unterschiedlicher kaum sein können. Während in Benes Gruppe das ein oder andere Getränk die Runde machte, wurden bei Sören und Patrick die Pausen eher für ausgiebige Brotzeiten genutzt.
Bene hatte zunächst große Schwierigkeiten, sich auf die ungewohnten Distanzen einzustellen. Viele Punkte blieben im ersten Teil des Tages liegen. Erst im letzten Drittel fand er seinen Rhythmus und konnte seine Trefferquote deutlich steigern. Für eine Aufholjagd reichte es jedoch nicht mehr. Mit 396 Punkten belegte er nach dem ersten Tag den letzten Platz bei den Blankbogenschützen.
Deutlich besser lief es bei Sören und Patrick. Sören erreichte starke 342 Punkte und lag damit auf Rang 6 bei den Herren SB/HB. Patrick setzte sich mit 308 Punkten sogar an die Spitze seiner Klasse und führte die Schülerwertung SB/HB an.
Das hohe Niveau des Teilnehmerfeldes und die anspruchsvolle Parcoursgestaltung machten deutlich, dass hier viele sehr erfahrene Schützen am Start waren.
Am Abend ließen wir den Tag bei Tiroler Küche gemütlich ausklingen, bevor wir uns im Hotel bei einem Film etwas Erholung gönnten. Die Stimmung war bestens.
Tag 2 – Der rote Parcours
Am Sonntag starteten wir motiviert, wenn auch noch etwas müde, in den zweiten Wettkampftag. Auf dem Programm stand der rote Parcours, der laut vielen Teilnehmern sogar noch schwieriger sein sollte als der blaue.
Trotzdem lief es bei allen drei Schützen deutlich besser als am Vortag. Besonders Bene konnte sich erheblich steigern und endlich seine gewohnte Leistung abrufen.
Wieder einmal zeigte sich, was das Turnier so besonders macht: das Miteinander in den Gruppen. Jeder gute Schuss wurde gefeiert, jeder Treffer bejubelt und bei Fehlschüssen gab es sofort aufmunternde Worte.
In Benes Gruppe wurde es dabei besonders international: Eine Fränkin, Bene als Schwabe, ein Teilnehmer aus dem Erzgebirge sowie Schützen aus Tirol und Kärnten sorgten für viele lustige Gespräche und den Austausch unterschiedlichster Dialekte. Immer wieder versuchte jemand, Wörter zu verwenden, die die anderen garantiert noch nie gehört hatten. 😄
Auch bei Sören und Patrick war die Gruppe bunt gemischt. Dort schossen die vermutlich beiden ältesten Teilnehmer des Turniers gemeinsam mit Patrick, dem jüngsten Teilnehmer. Dazu kamen ein Schweizer Reiterbogenschütze und sogar ein vierbeiniger Begleiter. Auch hier standen Spaß und die gemeinsame Freude am Bogenschießen eindeutig im Mittelpunkt.
Ergebnisse
| Schütze | Tag 1 | Tag 2 | Gesamt | Platz |
|---|---|---|---|---|
| Sören Harrer | 342 | 382 | 724 | 5. Platz |
| Patrick Harrer | 308 | 316 | 624 | 1. Platz 🥇 |
| Benedikt Meyer | 396 | 452 | 848 | 8. Platz |
Herzlichen Glückwunsch besonders an Patrick zu seinem ersten Platz! 🏆
Wasserfall statt Mittagsschlaf
Nach der Siegerehrung war für Patrick noch lange nicht Schluss. Während die Erwachsenen langsam an Erholung dachten, hatte er noch jede Menge Energie übrig.
Kurzerhand machten wir einen Ausflug zu einem nahegelegenen Wasserfall. Dort wurden Steine geschleppt, Staudämme gebaut und das Bachbett erkundet – ein gelungener Abschluss eines ohnehin schon tollen Wochenendes.
Am Abend wollten wir eigentlich noch einmal gemütlich essen gehen. Das ausgewählte Restaurant war allerdings so heiß und stickig, dass wir uns nach einem Getränk schnell wieder auf den Weg machten.
Und wohin zog es uns schließlich?
Natürlich wieder zu Gloria Pizza. 😄
Diesmal gab es zwar keine Pizza, dafür ausgezeichnete Burger für Patrick und Bene. Die Pizzeria bleibt für uns einfach ein fester Bestandteil jedes Lienz-Besuchs. Schließlich war sie schon vor zwei Jahren der einzige Ort, der uns nach einem langen Bogenbaukurs um 22 Uhr noch etwas Warmes zu essen servierte, obwohl die Küche eigentlich bereits geschlossen hatte.
Nach einem guten Frühstück traten wir am Montag schließlich die Heimreise an.
Ein anstrengendes, aber rundum gelungenes Wochenende mit vielen schönen Begegnungen, anspruchsvollen Parcours und jeder Menge Spaß am gemeinsamen Bogenschießen.